Homöopathie bei Fibromyalgie

Februar 24th, 2018

Ständig wechselnde Muskelschmerzen, denen scheinbar keine wirkliche Ursache zugrunde liegt, können ein Anzeichen für eine Fibromyalgie sein. Die Diagnose ist nicht einfach, zumal viele Aspekte der Krankheit noch unbekannt sind. Aber dennoch gibt es eine Möglichkeit, die Beschwerden auf sanfte Art zu lindern.

Was versteht man unter einer Fibromyalgie?

Die Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) wird definiert als ein Syndrom mit chronischen Schmerzen im Bereich von Muskeln, Bindegewebe und Knochen, die nicht durch eine Entzündung hervorgerufen werden. Kennzeichnend sind chronische oder rezidivierende (wiederkehrende) Schmerzen in mindestens drei von vier Körperquadranten bzw. in mindestens 11 von 18 Druckschmerzpunkten (sogenannten Tenderpoints). Zu den Nebenbeschwerden gehören u. a. kalte Hände und Füße, Mundtrockenheit, vermehrtes Schwitzen, Schlafstörungen und Müdigkeit. Bei Frauen finden sich zudem häufig Menstruationsstörungen und insbesondere Regelschmerzen. Oft zeigen sich auch Beschwerden des sogenannten prämenstruellen Syndroms (PMS), einem Symptomenkomplex, der im zeitlichen Zusammenhang mit der Menstruation auftritt.

Über die Häufigkeit der Erkrankung liegen keine eindeutigen Zahlen vor, aber man geht davon aus, dass ca. 1-5% der Bevölkerung an einer Fibromyalgie leiden, wobei überwiegend Frauen betroffen sind. Obwohl auch jüngere Leute an einer Fibromyalgie erkranken können, liegt der Erkrankungsgipfel bei Personen ab dem 35. Lebensjahr.

Die Diagnosestellung einer Fibromyalgie ist grundsätzlich sehr schwierig, denn die Krankheit äußert sich von Patient zu Patient sehr individuell. Grundsätzlich darf kein pathologischer Laborbefund vorliegen, der die Beschwerden erklären könnte. Es liegen keine entzündlichen Ursachen vor, deshalb dürfen bei Blutuntersuchungen usw. die typischen Entzündungsparameter nicht erhöht sein. Auch Röntgenuntersuchungen sind zur Diagnose ungeeignet, da es im Verlauf der Erkrankung nicht zu einer strukturellen Veränderung der Gelenke kommt. Selbst nach jahrelang bestehenden Beschwerden bleibt das Röntgenbild unauffällig. Obwohl die Ursache der Erkrankung nicht geklärt ist, geht man davon aus, dass das Vorhandensein von Fibromyalgie in der Familie die Wahrscheinlichkeit der Diagnose erhöht.

Die Erkrankung wird teilweise auch als generalisierter Weichteilrheumatismus bezeichnet, eine wichtige Differentialdiagnose ist jedoch die rheumatoide Arthritis. Da bei einer Fibromyalgie wie bereits erwähnt keine entzündlichen Prozesse ablaufen, ist eine Kortisonbehandlung nicht angezeigt. Herkömmliche Therapien reichen von Psychotherapie, Schmerztherapie und Bewegungstherapie bis hin zu Ernährungsberatung.

Das individuelle Krankheitsbild

Bei der homöopathischen Behandlung der Fibromyalgie spielen neben den spezifischen Anzeichen die sogenannten individuellen Erkrankungsmuster eine zentrale Rolle für die Mittelwahl. In der Anamnese werden daher auch allgemeine Aspekte erfragt, beispielsweise allgemeine Reaktionsweisen auf verschiedene Temperaturlagen, Nahrungsmittel oder sonstige Einflussfaktoren. Von besonderem Interesse sind immer auch die Umstände, wann sich die Zustände verbessern oder verschlimmern. Sie geben wichtige Hinweise auf die Regulationsstörungen im Organismus, die durch das homöopathische Arzneimittel beseitigt werden sollen. Schließlich sollen durch das Mittel die Symptome nicht unterdrückt werden, sondern der Körper soll als Reaktion auf den Heilreiz der Arznei die zugrunde liegende Störung aufheben.

Darüber hinaus sind bei der homöopathischen Behandlung der Fibromyalgie immer auch die psychischen Aspekte zu berücksichtigen. Auf der einen Seite gibt es Hinweise darauf, dass sich die Symptome nach einem körperlichen oder seelischen Trauma entwickeln können, andererseits treten bei der Krankheit begleitend häufig Angststörungen, depressive Stimmungslagen oder auch Zwangsstörungen auf, die für die Betroffenen ebenfalls eine große Belastung darstellen. Auch diese Störungen kennzeichnen das individuelle Krankheitsbild und müssen sorgfältig untersucht und differenziert werden.

Manche Krankheitsfälle sind erstmals nach einer medizinisch behandelten Vorerkrankung oder aber nach einer Operation aufgetreten. Eine ausführliche Anamnese der Vorgeschichte kann hier Hinweise auf den Entwicklungsprozess der Regulationsstörungen und damit auch auf die homöopathische Behandlung geben.

Wirksamkeit der Homöopathie bei Fibromyalgie nachgewiesen

In einer randomisierten Doppelblindstudie mit 62 Personen wurde die Wirksamkeit individuell gewählter Homöopathika bei ärztlich bestätigter Fibromyalgie untersucht. Als Kriterien wurden sog. Tenderpoints (druckschmerzhafte Punkte an unterschiedlichen Stellen des Körpers) getestet.

Während eine Gruppe ausschließlich nichtarzneiliche Stoffe (= Plazebo) bekam, wurde die andere Gruppe mit Homöopathika behandelt, die nach klassischen Regeln anhand der individuellen Beschwerden ausgewählt wurden.

Ergebnis der Studie: Bei der homöopathisch behandelten Gruppe kam es zu einer deutlichen Besserung der Schmerzhaftigkeit an den Tenderpoints, darüber hinaus besserten sich sowohl Allgemeinbefinden als auch Lebensqualität der Patienten im Vergleich zur Plazebogruppe. Außerdem nahm die Neigung zu Depressionen, die häufig mit dem Krankheitsbild einhergehen, ab.

Fazit: Individuell gewählte Homöopathika sind signifikant wirksamer bei der Schmerzlinderung der Tenderpoints als Plazebos, sie verbessern die Lebensqualität und den allgemeinen Gesundheitszustand bei Patienten mit Fibromyalgie.

Quellen

Improved clinical status in fibromyalgia patients treated with individualized homeopathic remedies versus placebo

Homöopathie bei Fibromyalgie

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