Eine kleine Geschichte der Homöopathie

Praxis für Homöopathie, Naturheilverfahren

Die homöopathische Heilkunst setzt der Krankheit die größte Macht entgegen, die es gibt: die Selbstheilungskraft des Körpers.

Ein Naturheilverfahren wird geboren

Bereits vor über 220 Jahren wurden die Grundlagen der Homöopathie entdeckt. Seither zählt diese Therapiemethode zu den beliebtesten Naturheilverfahren weltweit. Sie wird bei einfachen Erkältungskrankheiten ebenso angewendet wie bei schweren, chronischen Erkrankungen. Dabei hat sich die Homöopathie sowohl bei körperlichen als auch geistigen Beschwerden wie Depressionen, Burnout oder AD(H)S als wirksam erwiesen.

Das Chaos in der früheren Medizin

Ausgangspunkt für die Entstehung dieser einzigartigen Behandlungsform waren die Verhältnisse in der Medizin des 18. Jahrhunderts. Es gab zahlreiche Theorien über die  Entstehung von Krankheiten, und mindestens ebenso viele therapeutische Ansätze. Ausleitungsverfahren wie Aderlässe, Blutegel oder Schröpfkuren gehörten zu den Standardanwendungen der Ärzte.

Meist wurde versucht, krankmachende Stoffe aus dem Organismus zu ziehen, um so die Gesundheit wieder herzustellen. Allerdings war der Nutzen eher fraglich. Denn oft wurden die ohnehin geschwächten Patienten durch derartige Rosskuren eher kränker.

Auch die verfügbaren Arzneien waren alles andere als gut verträglich. Mit Quecksilber, Opium und verschiedenen Mixturen wollte man die Beschwerden vernichten. Nicht selten jedoch mit fatalen Folgen. War die Krankheit nicht schon Strafe genug, so tat die Behandlung ihr Übriges. Nicht selten blieb dem Arzt am Ende nur noch die Ausstellung der Sterbeurkunde.

Die Revolution in der Heilkunde

Es war also höchste Zeit für einen Umschwung in der Medizin. Und so machten sich viele Ärzte daran, die Heilkunde zu überarbeiten. Christoph Wilhelm Hufeland (1762 – 1836) war einer davon, und er gilt bis heute als einer der bekanntesten Naturmediziner. Ein weiterer Revolutionär war Samuel Hahnemann (1755 – 1843), Arzt und Apotheker aus dem kleinen Städtchen Meißen in Sachsen.

Aus Unzufriedenheit mit den Behandlungsmethoden hatte der junge Hahnemann seinen Arztkittel kurzzeitig an den Nagel gehängt. Lieber wolle er als Übersetzer sein Geld verdienen, als die Patienten auf diese Weise ins Grab zu befördern. Neben den Übersetzungen medizinischer Bücher beschäftigte er sich mit der Chemie sowie Aspekten der Hygiene.

Bei der Übersetzung der Materia Medica von Dr. William Cullen, einem Standardwerk der damaligen Zeit, stieß Hahnemann auf eine Aussage, die seinem Forschergeist keine Ruhe ließ. Cullen hatte darin behauptet, dass die fiebersenkende Wirkung der Rinde des China-Baumes bei bestimmten Formen von Malaria auf dessen magenstärkenden Eigenschaften zurückzuführen sei. Daraufhin führte Hahnemann einen Selbstversuch durch, indem er von dieser Rinde etwas einnahm.

Kleine Rinde, große Wirkung

Was er dabei an sich beobachten konnte, waren Krankheitszeichen, die jenen des Wechselfiebers ähnlich waren.

Die Füße, die Fingerspitzen, u.s.w. wurden mir erst kalt, ich ward matt und schläfrig, dann fing mir das Herz an zu klopfen, mein Puls ward hart und geschwind, eine unleidliche Ängstlichkeit, ein Zittern (aber ohne Schauder), eine Abgeschlagenheit durch alle Glieder; dann ein Klopfen im Kopfe, Röthe der Wangen, Durst, kurz alle mir sonst beim Wechselfieber gewöhnlichen Symptome erschienen nacheinander; doch ohne eigentlichen Fieberschauder.“

Eine neue Untersuchungsmethode für Arzneistoffe war geboren und die folgenden Jahre verbrachte Hahnemann damit, ständig neue Mittel an sich, Freunden, Bekannten oder auch Familienmitgliedern zu prüfen.

Das Ähnlichkeitsprinzip in der Homöopathie

Ausgehend von dem Ergebnis des Chinarindenversuchs und unzähligen weiteren Beobachtungen leitete er den wichtigsten Grundsatz der Homöopathie ab: SIMILIA SIMILIBUS CURENTUR (Ähnliches werde durch Ähnliches geheilt). Eine Arznei, die also an einem Gesunden bestimmte Symptome hervorbringen kann, ist demzufolge auch in der Lage, diese Symptome bei einem Kranken zu heilen. Ein revolutionärer Ansatz, der sich bis heute bestätigt hat.

Und obwohl die Homöopathie noch ein recht junges Naturheilverfahren darstellt, ist sie aus dem Repertoire der Methoden nicht mehr wegzudenken.

Weniger Wirkstoff, größere Wirkung

Viele Arzneien mit hoher Wirksamkeit sind im Urzustand gleichzeitig auch giftig. Deshalb entwickelte Samuel Hahnemann ein Verfahren, das die medizinischen Eigenschaften der Stoffe hervorbringt, ohne dabei die Ausgangsstoffe chemisch umzuwandeln.

Mit Hilfe der sogenannten Potenzierung können auch Substanzen wie Arsen, Quecksilber, Pflanzen- oder Tiergifte für die Behandlung kranker Menschen oder Tiere angewendet werden.

Drei Grundprinzipien der Homöopathie

Zusammenfassend lässt sich die Homöopathie auf drei Grundsätze zurückführen:

1. Die Arzneien müssen auf ihre Wirksamkeit an Gesunden geprüft werden

2. Die Mittel müssen nach dem Ähnlichkeitsgesetz (Similia Similibus Curentur) gewählt werden, um heilen zu können

3. Die Gabe sollte so klein wie möglich sein, um die Selbstheilungskräfte des Organismus anzuregen

Weiterführende Links

Hier noch ein paar empfehlenswerte Biografien über Samuel Hahnemann und die Entstehungsgeschichte der Homöopathie:

Robert Jütte: Samuel Hahnemann – The Founder of Homeopathy

Akademie und Museum der homöopathischen Heilkunst: Lebenslauf Dr. Samuel Hahnemann

Institut für Geschichte der Medizin, Robert Bosch Stiftung, Stuttgart: Homöopathie – Eine Heilkunde und ihre Geschichte

Studien zur Homöopathie

In den Medien wird immer wieder behauptet, es gäbe keinen wissenschaftlichen Nachweis für eine Wirksamkeit homöopathischer Arzneien. Schließlich würden die Mittel in höheren Potenzstufen kein Molekül der Ausgangssubstanz enthalten, eine Heilwirkung wäre demzufolge ausgeschlossen. Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass auch hoch potenzierte Mittel oft zu einer raschen Besserung der Beschwerden führen und selbst bei schweren chronischen Krankheiten erfolgreich eingesetzt werden können. Zahlreiche klinische Studien konnten diese Erfahrungen mittlerweile bestätigen.

Bei der Diskussion sollte beachtet werden, dass die Homöopathie, obwohl sie schon seit über 200 Jahren von Ärzten und Heilpraktikern angewendet wird, ein vergleichsweise junges Forschungsfeld darstellt. Erst in den vergangenen Jahren hat man damit begonnen, wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen, um dem Phänomen auf die Spur zu kommen. Bislang konnte zwar noch nicht nachgewiesen werden, welche Wirkmechanismen bei den Arzneien tatsächlich eine Rolle spielen, aber es hat sich gezeigt, dass in vielen Fällen eine eindeutig positive Wirkung zu beobachten ist.

Wirksamkeit der Methode nachgewiesen

Bis Ende 2013 wurden 188 randomisierte Studien durchgeführt und rund 100 verschiedene klinische Untersuchungen in Peer-Review-Journalen veröffentlicht. Eine Analyse der Ergebnisse spricht eine eindeutige Sprache. Fast die Hälfte der Veröffentlichungen, nämlich rund 44%, waren positiv zugunsten der Homöopathie, lediglich 5% zeigten negative Ergebnisse. Bei 47% waren die Resultate hingegen nicht eindeutig zu beurteilen.

Studien zur Homöopathie, Naturheilverfahren

Das Ergebnis kann sich mit den Ergebnissen der allgemeinen Medizin durchaus messen. Von 1083 analysierten Studien zur Wirksamkeit herkömmlicher Präparate ist bei 49%  ebenfalls nicht zweifelsfrei zu beurteilen, ob die Medikamente eine positive Wirkung, also einen klaren Nutzen für den Patienten haben, oder nicht. Die Ursachen, warum eine Beurteilung oft schwierig ist, sind vielfältig. Ein fehlerhaftes Studiendesign, zu kleine Vergleichsgruppen oder auch eine zu kurze Beobachtungsdauer können die Resultate negativ beeinflussen.

Auch wenn noch viele Fragen zur Homöopathie ungeklärt sind, so dürfte ihre Wirksamkeit aufgrund der aktuellen Studienlage nicht in Frage zu stellen sein.

Quelle: www.hri-research.org/

Chronisch krank – ohne Grund?

Chronische Krankheiten sind ständige Begleiter vieler Menschen, und oft ziehen sich Krankheitsbilder oft durch mehrere Generationen. Oberflächliche, lediglich auf die Unterdrückung von Symptomen ausgerichtete Therapien wie Schmerzmittel, cortisonhaltige Präparate, Antibiotika usw. können zwar kurzfristig zu einer Linderung der Beschwerden führen, aber der Gesamtzustand der Betroffenen verschlechtert sich im Laufe der Zeit zusehends.

Die Selbstheilungskraft wird geschwächt, der Krankheitsprozess schreitet fort und kann bis auf die Kinder und die weiteren Nachkommen übergehen. Schon bei Säuglingen zeigen sich Anfälligkeiten für Krankheiten durch diese ererbten Vorbelastungen.

Homöopathie und Genetik

Samuel Hahnemann, der Entdecker der Homöopathie, hat bereits vor über 200 Jahren erkannt, dass sich bestimmte Krankheitsanlagen von einer Generation auf die andere fortsetzen. Er hat daraus ein System zur Behandlung chronischer Krankheiten entwickelt, das diesen Kreislauf durchbrechen soll.

Die moderne Genetik bestätigt seine Erkenntnis. Durch Ergebnisse aus der Epigenetik, einem Zweig der Genforschung, wird erklärbar, warum bereits ein geringer Auslöser, beispielsweise die Einnahme eines Antibiotikums ausreicht, um latente, d. h. bislang noch nicht in Erscheinung getretene Krankheitsprozesse, zu aktivieren. Die Lawine kommt ins Rollen und setzt sich über die Nachkommen weiter fort.

Epigenetiker vergleichen den Organismus oft mit einem Computer, wobei die Gene die Festplatte darstellen. Hier werden alle Informationen gespeichert, wie beispielsweise Körperbau, Gesichtsform, Haarwuchs, usw. Daneben gibt es aber noch das Betriebssystem, ohne das der Computer nicht funktionieren würde. Hier wäre das Immunsystem mit seinen Gedächtniszellen zu nennen, in dem bestimmte Prozesse ablaufen. Die Krankheitsanlagen, die wir von unseren Eltern, Großeltern usw. mit auf dem Weg bekommen, entsprechen einem Computervirus. Dieses Virus befällt unser körpereigenes „Betriebssystem“, also das Immunsystem, und sorgt für Fehlfunktionen.

Krank ohne Symptome?

Grundsätzlich können Erkrankungen auch latent bleiben und bei einer Generation überhaupt nicht in Erscheinung treten. Ein Beispiel wäre das Vorhandensein von Erregern der Lyme-Krankheit im Blut bei Personen, die keinerlei Anzeichen der Erkrankung zeigen. Bestimmte Auslöser jedoch wie eine ungesunde Lebensweise, verschiedene Medikamente oder Umwelttoxine können die Krankheit aus ihrem Schlummer erwecken, das Symptombild entwickelt sich.

Schwere Erkrankungen wie Krebs nehmen hierbei eine Sonderrolle ein. Entsprechend den Erkenntnissen aus der Epigenetik vermischen sich über mehrere Generationen verschiedene Krankheitsanlagen und kommen dann in Form eines Tumors zum Ausbruch. Oberflächliche Behandlungen, die ausschließlich auf die Beseitigung des Tumors zielen, können die Ursache nicht beseitigen. Es kommt zu einer weiteren Verschiebung von Symptomen – oder zum Tod.

Kräuteranwendungen, Mineralstoffpräparate (z. B. Kalzium, Magnesium), Salben oder sonstige äußere Anwendungen reichen ebenfalls nicht aus, um die Grundstörung zu regulieren. In der Homöopathie aber gibt es tief wirkende Arzneien, die bei korrekter Anwendung die Krankheitsdisposition beseitigen und damit bis an die Wurzel der Beschwerden reichen.

 

 Zitat Paracelsus Hanhnemann

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