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Als Besitzer einer Naturheilpraxis hat man es mit den verschiedensten Leuten zu tun. Aber nicht alle wollen wegen ihrer Krankheiten behandelt werden; manche wollen einfach nur ihre Produkte und Präparate präsentieren.

So kommen hin und wieder Leute vorbei, um prä- oder probiotische Mittel, Mineralstofftabletten, Vitaminpräparate, Heilsalben oder Detox-Kuren vorzustellen. Begeistert erzählen sie von Behandlungserfolgen bei Beschwerden durch Schwermetallbelastungen, Umweltgifte, Mikronährstoffmangel oder Darmdysbiosen. Ihre Methoden bestehen im Ausleiten, Entgiften, Regulieren, Sanieren, Harmonisieren oder Energetisieren.

 

Alles klangvolle Schlagworte, die allerdings oft überstrapaziert werden. Dennoch spiegeln sie in etwa das Therapiespektrum der heutigen Naturheilkunde wider. Und die wiederum bildet einen wichtigen Gegenpol zur herkömmlichen Medizin. Denn viele Patienten haben regelrecht die Nase voll von Antibiotika, Antirheumatika, Antiphlogistika oder Antidepressiva.

© Bild: Ernst Keter, Sersheim

Zu viel „Anti“ erregt früher oder später ein großes „Aber“. Also suchen die Betroffenen mit ihren Leiden nach einem anderen Weg und landen beim Naturarzt, Gesundheitsberater, Ernährungscoach – oder in meiner Naturheilpraxis.

Manchmal kommen auch Vertreter zu mir, die futuristische Apparaturen präsentieren. Mit denen soll man unglaubliche Sachen messen können, beispielsweise das Strahlungspotenzial von Körperzellen oder die Leistungsfähigkeit einzelner Organe. Manche behaupten sogar, sie könnten Energiefelder messen, die unseren Organismus umgeben.

Seit ich mich für die Homöopathie als Therapieschwerpunkt entschieden habe, bin ich gegen viele Dinge immun. So auch gegen die meisten Apparate, seien die Ergebnisse auch noch so spektakulär. Zu meinen angeborenen Sinnen, nämlich (Zu-)Hören, Sehen, Riechen oder Fühlen, habe ich dann doch mehr Vertrauen als zu blinkenden Lichtern aus irgendwelchen elektronischen Geräten.

Schließlich verbringe ich die Zeit in der Praxis ohnehin am liebsten mit der wichtigsten Personengruppe: meinen Patienten. Sie berichten oft von ziemlich komplexen Krankheiten, von denen ich sie befreien soll. Von Allergien über Schmerzzustände bis hin zu hormonellen Störungen und Stoffwechselbelastungen ist so ziemlich alles mit dabei. Auch Erkrankungen am Bewegungsapparat sind ein großes Thema, was wohl daran liegt, dass ich viel mit Sportlern zu tun habe.

Meistens haben die Kranken auch schon einen mühsamen Weg durch verschiedene Praxen hinter sich und haben dabei jede Menge Spezialisten kennengelernt. Aber am Ende stehen sie dann also in meiner Tür, in der Hoffnung, dass ich einen Plan B präsentieren kann. Und wie bereits gesagt, das Spektrum der Naturheilkunde ist groß.